Energiezellen für Haßfurt

Die Stadtwerke im fränkischen Haßfurt setzen konsequent auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Schon jetzt können alle Privatkunden aus regenerativen Quellen versorgt werden.

 

Bei dem Umbau seiner Energieversorgung und der Umsetzung der Energiewende in der eigenen Stadt geht Haßfurt schon seit einigen Jahren als Vorbild voran: Ab 2009 setzte man dort die ersten elektronischen Stromzähler ein, die erneuerbare Stromproduktion wurde kontinuierlich ausgebaut und jüngst ging auch ein Wasserstoff-BHKW in Betrieb.

 

Mittlerweile sind alle Haushalte mit Smart Metern für Strom, Gas und Wasser ausgestattet, mehr als 10 000 Stromzähler sind im Einsatz. Mit diesen können die Stadtwerke seit 2014 die jeweils aktuellen Börsenpreise direkt an die Kunden weitergeben und so ein Preissignal je nach Stromangebot senden.

 

Bei den Kapazitäten für eine regenerative Stromerzeugung hat man seit 2010 kräftig dazugebaut. Installiert sind in Haßfurt heute Photovoltaikanlagen, Windturbinen, Biogasanlagen und Blockheizkraftwerke. In der Summe stieg die Stromproduktion aus diesen Anlagen von 11,7 Mio. kWh im Jahr 2010 auf 85,4 Mio. kWh im Jahr 2017.

 

Weil die privaten Kunden derzeit nur rund 80 Mio. kWh jährlich verbrauchen, gibt es in der Stadt einen Überschuss von erneuerbarem Strom, der an anderer Stelle verwendet werden kann. Die Stadtwerke, die auch das Gasnetz betreiben, nutzen dazu seit 2016 unter anderm ihre Power-to-Gas-Anlage, die sie zusammen mit Greenpeace Energy testen. In dieser ist ein Windgaselektrolyseur mit 1,25 MW Leistung mit einem Gasspeicher gekoppelt.

 

Norbert Zösch, Geschäftsführer der Stadtwerke in Haßfurt, sieht die Energieversorgung der Stadt in unterschiedlich große „Zellen“ gegliedert. Diese können sich teilweise schon autark versorgen, später soll die Energieversorgung der ganzen Stadt weitgehend autark möglich sein.

 

Die kleinste Zelle ist für Zösch der Haushalt, der sich mit einer stromerzeugenden Heizung, einer PV-Anlage und einer Batterie weitgehend unabhängig vom äußeren Netz machen kann. Andere Zellen wären etwa ein Krankenhaus mit einer BKWK-Anlage oder ein Industriebetrieb mit einer Mikrogasturbinen zur Dampf- und Stromerzeugung.

Auch das Wasserwerk mit PV-Anlage, Notstromversorgung und Batterie zählt der Stadtwerkechef zu den Energiezellen ebenso wie die Power-to-Gas-Anlage und den Gasspeicher.

 

Zu dieser „Zelle Gasspeicher“ ist in diesem Jahr eine KWK-Anlage, die mit Wasserstoff betrieben wird, neu dazugekommen. Das BHKW-Modul soll 2019 starten. Lieferant der Maschine mit 168 kW Leistung ist die 2G Energy AG in Heek. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut für Energietechnik (IfE) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden. Verwenden will man in Haßfurt reinen Wasserstoff, der Einsatz von Gasgemischen ist aber ebenfalls möglich. Mit der Anlage kann nun laut IfE erstmals im kommunalen Bereich eine geschlossene Speicherkette für regenerativen Strom im praxistauglichen Maßstab dargestellt und ausprobiert werden.

 

 

Den vollständigen Artikel von Energie & Management können Sie hier nachlesen:

Energiezellen für Haßfurt_15.11.2018

 

Quelle: Energie & Management GmbH

 

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