iKWKS-Ausschreibung: Stadtwerke Bayreuth unter den ersten Fünf

Fünf Unternehmen haben bundesweit den Zuschlag bei der ersten iKWKS-Ausschreibung erhalten: darunter auch die Stadtwerke Bayreuth. Das Unternehmen wird für rund 5 Millionen Euro das Wärme- und Kältenetz der Universität Bayreuth um ein BHKW und eine Wärmepumpe ergänzen.

Bayreuth – Angespannt sei er gewesen, sagt Jürgen Bayer, Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth, kurz bevor die Bundesnetzagentur die Ausschreibungsergebnisse für iKWKS veröffentlicht hat. Umso größer war die Freude, als endlich der Zuschlag ins Haus flatterte. „Es ist schließlich nicht so, dass wir jeden Tag ein 5-Millionen-Euro-Projekt in der Pipeline haben, das schon in den Startlöchern steht, und wir trotzdem nicht wissen, ob es zum Tragen kommt.“
Das Projekt, das pro Jahr 5.000 Tonnen CO2 einsparen wird, zielt auf die Wärme- und Kälteversorgung der Universität Bayreuth ab, um die sich die Stadtwerke Bayreuth mittels eines Contracting-Modells kümmern: Die Anlage besteht aus zwei Gaskesseln mit einer Leistung von je 9,3 Megawatt, drei Kältemaschinen, die jeweils 1,3 Megawatt leisten, und zwei Kühltürmen (je 2,3 Megawatt). Als Redundanz zu den Gaskesseln gibt es zudem einen Elektrodenkessel (6 Megawatt Leistung), der seit einigen Jahren am Regelenergiemarkt teilnimmt. Im kommenden Jahr werden die Stadtwerke Bayreuth dort zusätzlich ein 3,5-Megwawatt-BHKW und eine Wärmepumpe in das Netz integrieren. Steuern werden die Stadtwerke das System über eine komplexe Mess- und Regeltechnik, die alle Komponenten miteinander verbindet. Bevor das aber alles passieren kann, müssen die Stadtwerke Bayreuth zwei bestehende Kühltürme abreißen und ein neues Gebäude bauen. Das iKWKS an der Universität Bayreuth soll 2020 ans Netz gehen.

Ausschreibung war eine zeitliche Herausforderung

Verantwortlich für das Projekt ist Andreas Waibel, der den Bereich Contracting und Wärmeerzeugung bei den Stadtwerken Bayreuth leitet: „Es war für uns sehr aufwendig, an der Ausschreibung teilzunehmen. Denn wir hatten in der Kürze der Zeit einige Hausaufgaben zu erledigen: Zuerst mussten wir Gespräche mit unserem Kunden führen – schließlich wollen und können wir nichts ohne dessen O.K. tun. Dann ging es um die Frage, ob die Integration eines iKWKS in unser Uni-Netz überhaupt möglich ist. Der nächste Punkt auf unserer Liste war die Anfrage bei den Genehmigungsbehörden, ob sie mit unseren Plänen einverstanden sind.“ Angesicht der zu klärenden Schritte wundert sich Waibel nicht, dass nur sieben Gebote bei der Bundesnetzagentur eingingen. „Wer bei der ersten Runde zum Zug kommen wollte, musste eigentlich schon auf dem Weg sein, bevor die Fördermöglichkeit bekannt wurde.“
Dass die Stadtwerke Bayreuth bundesweit zu den Vorreitern in puncto iKWKS zählen, ist auch ein Verdienst des Amberger Instituts für Energietechnik (IFE) der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden. „Gemeinsam mit dem IFE haben wir uns schon im vergangenen Jahr daran gemacht, das bestehende Netz der Uni zu optimieren“, erzählt Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Bayer. „Im Zuge dieser Arbeiten hat sich herausgestellt, dass unsere Anlage für ein iKWKS infrage kommt. Das IFE hat uns dann auch bei den folgenden Schritten intensiv unterstützt – von der Machbarkeitsstudie bis hin zur Interpretation der Förderrichtlinien. Mit Sicherheit wird uns das IFE bei diesem und künftigen Projekt eng begleiten“, betont Bayer. Der Leiter des IFE, Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch freut sich ebenfalls über die Entwicklung der Zusammenarbeit: „Zunächst freut es uns, dass unsere Forschungsarbeiten technisch und wirtschaftlich wichtige Impulse bei den Stadtwerken liefern können. Die weitere wissenschaftliche Begleitung des Projektes liefert uns eine wichtige Rückkopplung für den weiteren Technologietransfer.“

„Seit Jahren diskutieren wir über Sektorenkopplung“

Genauso wie Jürgen Bayer. Weil damit etwas in Schwung gerät, was seiner Meinung nach viel zu lange vernachlässigt wurde: die Sektorenkopplung. „Seit Jahren diskutieren wir in Deutschland über die Sektorenkopplung, nur die Ergebnisse waren überschaubar. Es ging eigentlich immer nur um Strom, Strom und nochmals Strom. Konzepte wie iKWKS gehen da den entscheidenden Schritt weiter. Hier werden die Bereiche Strom, Gas und Wärme tatsächlich miteinander verbunden. Ich denke, das ist ein guter Ansatz. Ideen wie diese sollte die Politik weiter verfolgen.“

Über die Stadtwerke Bayreuth

Die Stadtwerke Bayreuth liefern 100 Prozent Ökogas und Ökogas – automatisch, ohne Aufpreis und TÜV-zertifiziert. Darüber hinaus bieten die Stadtwerke Fernwärme und Energie-Contracting an. Außerdem beliefern die Stadtwerke ihre Kunden in und um Bayreuth jedes Jahr mit rund fünf Milliarden Litern Trinkwasser und befördern alljährlich etwa sechs Millionen Fahrgäste durch den Busverkehr im Stadtgebiet. Zudem betreibt das Unternehmen mehrere Parkeinrichtungen in Bayreuth. Die Lohengrin Therme, das Stadtbad, das Kreuzsteinbad und das Freiluftbad Bürgerreuth gehören ebenfalls zum Portfolio. Die Stadtwerke Bayreuth beschäftigen rund 400 Mitarbeiter und erwirtschafteten im Jahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 127 Millionen Euro.

 

Einen ausführlichen Presseartikel finden Sie hier: Energie & Management

 

Weitere Informationen finden Sie unter stadtwerke-bayreuth.de

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