13.01.2012 Baustein für die Energiewende

Bayernweites Projekt: An der HAW entsteht ein Kompetenzzentrum für Kraft-Wärme-Kopplung

Der Hochschule für angewandte Wissenschaften Amberg-Weiden (HAW) soll eine Schlüsselrolle bei der Energiewende in Bayern zukommen. Als eines von bayernweit neun Projekten, die die Staatsregierung für den Umbau der Energieversorgung am dringlichsten hält, soll auf dem Campus in Amberg ein Kompetenzzentrum für Kraft-Wärme-Kopplung entstehen. "Das wird eine Erfolgsgeschichte", zeigte sich HAW-Präsident Erich Bauer überzeugt.

Präsident Bauer und Professor Markus Brautsch (Maschinenbau/Umwelttechnik) stellten das Projekt am Donnerstag vor. Demnach habe die Staatsregierung für dieses Jahr zunächst eine Anschubfinanzierung von 1,01 Millionen Euro zugesichert (wir berichteten). Bis 2017 sollen insgesamt 5,23 Millionen Euro an öffentlichen Geldern in das neue Kompetenzzentrum fließen. "Ich gehe davon aus, dass die Einrichtung dann ohne staatliche Unterstützung durchstarten kann", erklärte Brautsch.

Neue Stellen notwendig

Das Kompetenzzentrum bringt eine personelle Aufwertung der HAW mit sich und wird auch das Gesicht des Amberger Campus verändern. So sind zwei neue Professorenstellen geplant, außerdem sollen drei Ingenieure und ein Projektleiter angestellt werden. Um Büros und Labore unterzubringen, soll der immer noch leer stehende ehemalige Kompanieblock am Altstadtring saniert und mit einem modernen Anbau versehen werden. Die Planungen für diese Baumaßnahmen sind bereits angelaufen. "Die Energiewende gelingt nur mit einer effizienten, dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung", unterstrich Professor Brautsch. Kraft-Wärme-Kopplung kommt in erster Linie in Heizkraftwerken zum Einsatz.

Den Forschern geht es darum, den Wirkungsgrad der Anlagen zu verbessern und beispielsweise auch Abwärme oder Abgase energetisch zu nutzen. "Wir haben hier in Amberg eine ganz starke Vernetzung zu den herstellenden Betrieben", sagte Brautsch. "Das ist eine bayernweit einmalige Verdichtung." Der Amberger CSU-Landtagsabgeordnete Heinz Donhauser sprach deswegen sogar von einem "Leuchtturmprojekt" für die Energiewende. Für die Region sei ein solcher Forschungsschwerpunkt von enormer Bedeutung. Der Raum Amberg-Weiden gewinne an Attraktivität für Unternehmen, die eine Schlüsseltechnologie nutzen. Donhauser: "Da entstehen nicht nur an der HAW hoch qualifizierte Arbeitsplätze."

In der Expertenkommission

Professor Markus Brautsch forscht seit Jahren auf dem Gebiet der Kraft-Wärme-Kopplung. Er leitet das Institut für Energietechnik an der HAW, dessen Beratungstätigkeit für Unternehmen und Kommunen bereits mehrfach - etwa mit dem Bayerischen Energiepreis - ausgezeichnet worden ist. Seit Juli vergangenen Jahres gehört Brautsch der von der Staatsregierung eingesetzten 13-köpfigen Expertenkommission an, die Vorschläge für die Umsetzung der Energiewende erarbeiten soll.

Quelle: www.oberpfalznetz.de (Bild: Piehler)