18.01.2012 Beitrag zur Energiewende in Bayern kommt aus Amberg
Amberg. Das Ziel ist ehrgeizig: Der Freistaat Bayern will innerhalb der nächsten zehn Jahre den Anteil der erneuerbaren Energien auf 50 Prozent anheben. Kräftig mithelfen soll dabei auch die Hochschule Amberg-Weiden (HAW). Im April soll auf dem Campus in der Vilsstadt ein neues Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung den Betrieb aufnehmen. München hat für 2012 bereits eine Förderung in Höhe von 1,01 Millionen Euro zugesagt. Anlaufstelle für ganz Bayern Fünf Jahre lang wird der Freistaat dieser Einrichtung mit mehr als fünf Millionen Euro unter die Arme greifen. Das neue Kompetenzzentrum ist eines von insgesamt neun Sofortprojekten, mit denen Bayern die Energiewende schaffen will. „Im Bereich Kraft-Wärme-Kopplung werden wir die Anlaufstelle für den gesamten Freistaat sein“, erläuterte Prof. Dr. Markus Brautsch, der die Leitung übernehmen wird. Er stellte das Projekt jetzt unter anderem dem HAW-Präsidenten Prof. Dr. Erich Bauer und dem Landtagsabgeordneten Heinz Donhauser vor. Auf fünf Forschungsfeldern wird man sich in dem neuen Zentrum tummeln. Neben der Reduzierung klimaschädlicher Emissionen soll die Energieeffizienz der Kraft-Wärme-Systeme auf bis zu 50 Prozent gesteigert werden. Ferner sollen der Einsatz biogener Brennstoffe überprüft und Systemtechniken zur Verstromung der Abwärme untersucht werden. Mit Wärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, können etwa Häuserblocks beheizt werden. „Außerdem sollen innovative Kraft-Wärme-Kopplungs-Verfahren für Brennstoffzellen oder Stirling-Motoren entwickelt werden“, erläutert Brautsch das Vorhaben. Zunächst wird das Kompetenzzentrum auf die bestehende Laborinfrastruktur der Amberger Hochschule zurückgreifen. „Es gibt bereits eine sehr gute Forschungsausstattung“, so Brautsch. Später soll die Einrichtung dann in ein noch leer stehendes ehemaliges Kompaniegebäude auf dem Campus-Areal umziehen. Und auch personell wird aufgestockt: Drei Ingenieure und ein Projektleiter werden Brautsch unterstützen. Außerdem werden zwei Forschungsprofessuren geschaffen. Brautsch ist davon überzeugt, dass die Amberger Einrichtung nach den fünf Anschubfinanzierungsjahren auf eigenen Füßen stehen kann und wird. Der Professor, der bereits Geschäftsführer des Instituts für Energietechnik (IfE) an der Hochschule ist, ist heute schon ein gefragter Experte: Er und sein IfE-Team beraten eine Vielzahl von Kommunen und Unternehmen in Sachen Energieeffizienz und -alternativen. „Das Kraft-Wärme-Kopplungs-Verfahren wird aber auch für arabische Länder spätestens dann interessant werden, wenn dort das Öl zur Neige geht“, unterstreicht HAW-Präsident Prof. Dr. Erich Bauer. Regierung will Verfahren fördern Für ihre Arbeit wurden die IfE-Leute in der Vergangenheit schon mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2010 mit dem Bayerischen Energiepreis. Seit Juni des vergangenen Jahres gehört Brautsch der 14-köpfigen Expertenkommission für Energieforschung und Energietechnologie der Bayerischen Staatsregierung an. Kraft-Wärme-Kopplung könnte einen erheblichen Beitrag zur Energiewende in Bayern leisten, sagt der HAW-Projektleiter. Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung soll in Zukunft effektiver gefördert werden – das hatte das Bundeskabinett im Dezember in einem Gesetzentwurf beschlossen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums soll der Anteil der Stromerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen bis 2020 von derzeit 15 auf 25 Prozent steigen. Quelle: www.mittelbayerische.de (von Theo Kurtz, Foto: Kurtz) |