Am 4. Februar 2026 fand das offizielle Abschlusstreffen des Energieeffizienz-Netzwerks „Energieeffizienz in bayerischen Brauereien und Molkereien“ im Riedenburger Brauhaus statt. Die noch im Bau befindliche neue „B(r)austelle“ – das neue Sudhaus mit Erlebnisgastronomie – bot den Teilnehmenden einen passenden Rahmen für einen intensiven und praxisnahen Austausch über innovative Ansätze zur Dekarbonisierung der Lebensmittelherstellung.
Seit März 2023 haben sich im Netzwerk, das vom Institut für Energietechnik IfE GmbH moderiert wird, insgesamt 17 Unternehmen aus Brauereiwesen, Milchwirtschaft, Mälzereien sowie Technologie- und Energiedienstleistung zusammengeschlossen. Die Besonderheit: Der fachliche Austausch fand über Branchengrenzen hinweg und auf Augenhöhe statt. Diese Zusammenarbeit zwischen Anwendern, Herstellern und Zulieferern wurde nicht nur innerhalb des Netzwerks geschätzt, sondern auch überregional gewürdigt. So wurde das Netzwerk im November 2025 im Rahmen der IEEKN-Jahrestagung in Berlin als Leuchtturm-Netzwerk ausgezeichnet.
Die Netzwerkarbeit zeigte klare Wirkung: Über 100 Maßnahmen zur Energie- und CO₂-Einsparung wurden in den beteiligten Unternehmen umgesetzt, 85 davon mit direkt messbarer Endenergieeinsparung. Damit können langfristig jährlich rund 16.000 Megawattstunden Energie und etwa 5.500 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart werden. Auch wenn die ursprünglich gesetzte Zielmarke nicht vollständig erreicht wurde, machen die Ergebnisse deutlich, dass Netzwerkarbeit eine messbare und nachhaltige Wirkung entfaltet. Viele Maßnahmen befinden sich zudem gerade noch in der Umsetzung.
Ein technischer Höhepunkt des Abschlusstreffens war die Vorstellung des Demonstrationsvorhabens am Riedenburger Brauhaus. Gemeinsam mit dem IfE entsteht dort eine der ersten vollständig dekarbonisierten Brauereien Deutschlands. Das Brauhaus wird künftig ausschließlich elektrisch betrieben und vollständig auf den Einsatz fossiler Energieträger verzichten. Das Vorhaben wird durch das Bayerische Energieforschungsprogramm gefördert und gilt als bundesweit einmaliges Projekt.
Darüber hinaus wurden im Rahmen des Netzwerks weitere innovative Maßnahmen angestoßen, darunter die Installation eines elektrischen Dampfkessels mit PV-Anlage und Batteriespeicher bei der Brauerei Gutmann, Transformationspläne bei Schneider Weisse und Weyermann Malz sowie Ansätze wie Solarthermie zur Luftvorwärmung oder Elektromobilität im Logistikbereich.
Angesichts des Erfolgs wird das Netzwerk fortgeführt. Ein Großteil der bisherigen Teilnehmer hat bereits signalisiert, auch in einer neuen Runde mitwirken zu wollen. Zudem gibt es Interesse weiterer Betriebe aus der Lebensmittel- und Getränkebranche, sich künftig zu beteiligen.
Das IfE bedankt sich bei allen Netzwerkpartnern für die engagierte Zusammenarbeit und beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie bei der BEEN-i-Initiative, die seit über zehn Jahren vom IfE fachlich begleitet wird. Netzwerke wie dieses zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in der gemeinsamen Entwicklung von Lösungen liegt – und welche Rolle sektorübergreifende Zusammenarbeit für die Transformation hin zu einer klimaneutralen Lebensmittelproduktion spielen kann.