VerKlär² – Dezentrale Klärschlammverwertung für kommunale Kläranlagen

Mit der Novellierung der Klärschlammverordnung steigt der Bedarf an Monoverbrennungskapazitäten deutlich. Besonders kleinere und mittlere kommunale Kläranlagen stehen dadurch vor der Herausforderung, wirtschaftliche und zugleich ressourcenschonende Verwertungslösungen zu etablieren.

Im Förderprojekt VerKlär² wurde untersucht, wie eine dezentrale und emissionsarme Klärschlammmonoverbrennung technisch und wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Ziel des Vorhabens war die Entwicklung und Demonstration eines modularen Verwertungskonzepts für kommunale Kläranlagen im kleinen und mittleren Leistungsbereich.

Am Standort der Kläranlage Haßfurt wurde dafür eine Pilotanlage auf Basis einer Wirbelfeuerung errichtet und erfolgreich in den bestehenden Anlagenbetrieb integriert. Im Fokus stand dabei nicht nur die thermische Verwertung des Klärschlamms, sondern die ganzheitliche Einbindung in die Infrastruktur der Kläranlage.

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts war die Nutzung der entstehenden Prozesswärme zur Klärschlammtrocknung sowie zur Unterstützung der energetischen Eigenversorgung des Standorts. Darüber hinaus wurden die entstehenden Aschen hinsichtlich ihrer Eignung für zukünftige Phosphor-Recyclingprozesse untersucht.

Im Projekt konnten wichtige Meilensteine erreicht werden:

  • Erfolgreiche Errichtung und Integration der Pilotanlage am Standort Haßfurt
  • Durchführung verschiedener Versuchskampagnen unter realen Betriebsbedingungen
  • Mehrtägiger stabiler Anlagenbetrieb
  • Technische, ökologische und wirtschaftliche Bewertung des Gesamtkonzepts

Das Institut für Energietechnik begleitete das Projekt mit folgenden Schwerpunkten:

  • Integration der Feuerung in den bestehenden Kläranlagenbestand
  • Wissenschaftlich-messtechnische Begleitung des Anlagenbetriebs
  • Ökonomische Bewertung des Vorhabens

Gemeinsam mit der Stadt Haßfurt und dem TEER der RWTH Aachen wurde damit ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung dezentraler Verwertungslösungen für kommunale Kläranlagen geleistet.

VerKlär² zeigt, wie dezentrale Verwertungskonzepte dazu beitragen können, Energie- und Ressourceneffizienz in kommunalen Infrastrukturen gemeinsam zu denken und neue Wege für eine nachhaltige Klärschlammverwertung zu schaffen.

Das diesem Bericht zugrundeliegenden Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unter dem Förderkennzeichen 03EI5428C gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.

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