In vielen Kommunen laufen derzeit mehrere Transformationsprozesse gleichzeitig: Gebäude sollen klimaneutral beheizt werden, Stromnetze müssen neue Lasten aufnehmen, Ladeinfrastruktur wird ausgebaut, erneuerbare Erzeugung wächst und Flächen werden neu bewertet.
Oft werden diese Entwicklungen jedoch in unterschiedlichen Zuständigkeiten, Datengrundlagen und Planungshorizonten betrachtet.
Genau hier entsteht eine zentrale Herausforderung:
Was passiert, wenn Wärme, Strom und Mobilität zwar im selben Kommunengebiet wirken, aber getrennt analysiert und geplant werden?
Ein Beispiel:
In der Wärmeplanung wird ein Quartier als geeignet für Wärmepumpen identifiziert. Gleichzeitig wachsen neue Lasten im Stromnetz, Ladepunkte werden aufgebaut und Photovoltaik speist zunehmend dezentral ein.
Jede Einzelentscheidung kann für sich genommen sinnvoll erscheinen.
Im Gesamtsystem kann sie dennoch zu Engpässen, Mehrkosten oder Verzögerungen führen.
Das Risiko getrennter Betrachtung:
- Netzengpässe werden zu spät erkannt.
- Infrastruktur wird doppelt geplant oder nicht rechtzeitig abgestimmt.
- Überschussstrom bleibt ungenutzt, obwohl er lokal für Wärme, Mobilität oder Speicher nutzbar wäre.
- Potenziale wie Abwärme, Speicher oder flexible Lasten bleiben außen vor.
- Kommunen erhalten Einzelpläne, aber kein belastbares Bild des Gesamtsystems.
Die zentrale Frage lautet nicht nur:
Wie wird ein Gebäude künftig beheizt?
Sondern auch:
Was bedeutet diese Entscheidung für Stromnetze, Mobilität, Speicher, Erzeugung, Flächen und Investitionen im gesamten Kommunengebiet?
Uns interessieren eure Perspektiven:
Welche Risiken seht ihr, wenn Wärme, Strom und Mobilität weiterhin getrennt geplant werden?
Wo entstehen in Kommunen heute die größten Schnittstellenprobleme?
Welche Daten, Akteure oder Entscheidungsprozesse müssten besser zusammengeführt werden?