Energiewende im Quartier: IfE entwickelt integriertes Quartierskonzept für das Bahnhofsareal Speichersdorf 

Die Gemeinde Speichersdorf geht den nächsten Schritt in ihrer kommunalen Energieplanung:

Für das Bahnhofsareal wird gemeinsam mit dem Institut für Energietechnik IfE GmbH ein integriertes Quartierskonzept erarbeitet – gefördert über das KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“. Für das IfE markiert das Vorhaben zugleich einen besonderen Neustart: Es ist das erste Quartiersprojekt des Instituts, das nach Wiederaufnahme des KfW-Programms in die Bearbeitung geht.

Der offizielle Projekt-Kick-off fand bereits am 7. Juli 2026 statt. Beim 2. Speichersdorfer Energie- und Umweltforum am 23. Juli wurde das neue Vorhaben nun auch einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.

Neues Quartiersprojekt beim Energieforum vorgestellt

Wie Energiewende vor Ort konkret gestaltet werden kann, stand beim 2. Speichersdorfer Energie- und Umweltforum im Mittelpunkt. Prof. Dr. Markus Brautsch vom IfE zeigte in seinem Impulsvortrag „Das Große Ganze“, warum Strom, Wärme und Mobilität künftig stärker zusammengedacht werden müssen – und leitete dabei auch auf das neue Quartiersprojekt über.

Im Anschluss informierte das IfE-Team über bereits bearbeitete Projekte in Speichersdorf, darunter die kommunale Wärmeplanung und den Teil-Energienutzungsplan Wasserstoff, sowie über die Ziele und nächsten Schritte des neuen Quartierskonzepts.

Warum gerade das Bahnhofsareal?

Das Bahnhofsareal ist für Speichersdorf aus mehreren Gründen ein strategisch bedeutsamer Entwicklungsbereich. Zwei in der kommunalen Wärmeplanung identifizierte potenzielle Wärmenetzgebiete liegen in unmittelbarer Nähe und werden im Quartierskonzept gemeinsam und vertieft betrachtet.

Der Bahnhof selbst bildet zugleich eine wichtige Mobilitätsachse und ist ein zentraler Knotenpunkt für die sogenannte „letzte Meile“. Hinzu kommen Entwicklungspotenziale auf Flächen südlich des Bahnhofs sowie kommunale Liegenschaften innerhalb des Quartiers.

Das Quartierskonzept greift diese unterschiedlichen Themen gezielt auf: Energieversorgung, energetische Sanierung, Mobilität, Städtebau, Architektur und Klimaanpassung werden nicht als voneinander getrennte Einzelthemen, sondern in ihren Wechselwirkungen betrachtet.

Vom Wärmeplan zur konkreten Quartierslösung

Speichersdorf hat sich früh auf den Weg gemacht und verfügt bereits über wichtige konzeptionelle Grundlagen. Dazu zählen unter anderem ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, ein Mobilitätskonzept, ein Energienutzungsplan und die kommunale Wärmeplanung.

Das neue Quartierskonzept soll dabei nicht einfach ein weiteres Einzeldokument neben bestehenden Planungen sein. Vielmehr werden relevante Erkenntnisse zusammengeführt, auf das konkrete Quartier übertragen und in Richtung Umsetzung weiterentwickelt.

Im Mittelpunkt stehen die Analyse von Sanierungs- und Effizienzpotenzialen, die Konkretisierung einer möglichen zentralen Wärmeversorgung sowie der weitere Ausbau erneuerbarer Energien. Gleichzeitig werden Mobilität, Städtebau, Architektur und Klimaanpassung in die Betrachtung integriert.ndern auch konkrete Maßnahmen und Meilensteine für die Umsetzung definieren.

Bestehende Erkenntnisse gezielt weiterentwickeln

Fachlich kann das neue Projekt dabei an frühere Arbeiten anknüpfen: Bereits die kommunale Wärmeplanung sowie ein Teil-Energienutzungsplan zum Thema Wasserstoff wurden durch das IfE bearbeitet. Diese Kenntnisse ermöglichen es, vorhandene Ergebnisse gezielt aufzugreifen und verschiedene Planungs- und Entwicklungsebenen sinnvoll miteinander zu verzahnen.

75 Prozent Förderung für die Quartiersentwicklung

Die Gemeinde stellte den Förderantrag am 23. Januar 2026. Bereits am 23. Februar 2026 lag die Förderzusage für 75 % vor.

„Nach dem Nahwärmekonzept für unsere gemeindlichen Liegenschaften Schule, Sportarena und Rathaus sowie dem Nahwärmenetz Speichersdorf-Zentrum gehen wir nun mit dem Quartier „Bahnhofsareal“ den nächsten Schritt bei der Umsetzung der Wärmewende. Wir sind froh und dankbar, dass wir als eine von wenigen Kommunen in Deutschland den Förderzuschlag der KfW für die Konzepterstellung erhalten haben und mit dem ife einen sehr erfahrenen Partner an der Seite haben“, freut sich Bürgermeister Christian Porsch auf die Zusammenarbeit.

Für das IfE ist das Projekt auch über Speichersdorf hinaus von Bedeutung: Mit dem Bahnhofsareal startet das erste Quartiersprojekt des Instituts nach Wiederaufnahme des KfW-Programms „Energetische Stadtsanierung“.

Nächste Schritte: analysieren, verknüpfen, konkretisieren

In den kommenden Monaten werden zunächst vorhandene Daten, Konzepte und Planungsgrundlagen systematisch zusammengeführt und die Ausgangslage im Quartier detailliert untersucht. Perspektivisch folgen Vor-Ort-Begehungen sowie die Entwicklung und Bewertung konkreter Versorgungslösungen und weiterer Maßnahmen.

Auch die Akteure vor Ort sollen frühzeitig eingebunden werden. Verwaltung und Politik spielen dabei ebenso eine Rolle wie Wirtschaft, Bürgerschaft und weitere relevante Beteiligte. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und Lösungen zu entwickeln, die fachlich belastbar, wirtschaftlich tragfähig und praktisch umsetzbar sind.

Am Ende des Prozesses soll eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die langfristige Entwicklung des Bahnhofsareals stehen – mit einer zukunftsfähigen Energieversorgung, einer sinnvollen Verknüpfung von Wärme, Mobilität und Städtebau sowie konkreten Perspektiven für die weitere Umsetzung.

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